Podcast Kinderfilm – Das „Making of” von Kinderfilmen

Der fulminante Kinostart von DIE SCHULE DER MAGSICHEN TIERE 2 hat gezeigt, wie erfolgreich ein deutscher Kinderfilm sein kann.

Die Produktion von Kinderfilmen bringt jedoch viele Herausforderungen mit sich. Von der Bucharbeit über das Casting bis hin zum Verleih gibt es zahlreiche Besonderheiten bei der Arbeit mit und für Kinder:
Wie schreibe ich für Kinder? Wie läuft ein Kindercasting ab? Soll ich mit Kindern proben? Wie kann das Drehpensum trotz der verkürzten Arbeitszeiten bewältigt werden? Wie führe ich Minderjährige durch die lange Drehzeit?

Darüber sprechen im „Podcast Kinderfilm“ Filmschaffende und Mitglieder des Fördervereins deutscher Kinderfilm mit Regisseur:innen, Autor:innen und Produzent:innen von aktuellen Kinderfilmen.

Zwei Podcasts befassen sich mit den für den Deutschen Filmpreis nominierten Kinderfilmen. Zwei weitere Gespräche widmen sich aktuellen Produktionen für jüngere Zuschauer.

Das Projekt ist entstanden in Zusammenarbeit des Fördervereins deutscher Kinderfilm mit der Deutschen Filmakademie und wird gefördert vom Kuratorium junger deutscher Film.

Die ersten vier Podcasts werden ab 11. Oktober im Abstand von zwei Wochen auf Spotify und Apple Podcasts veröffentlicht:

DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE (Veröffentlichung des Podcasts am 11.10.2022)

Die Autorin Katharina Reschke spricht mit den Produzentinnen Alexandra und Meike Kordes, der Drehbuchautorin Viola Schmidt und dem Regisseur Gregor Schnitzler über die Entstehung von „Die Schule der magischen Tiere“ Teil 1. Neben der Genese des besucherstärksten Kinofilms im Jahr 21/22 geht es auch um das Thema Kinderfilm insgesamt, die Herausforderungen beim Drehen mit Kindern, den Einsatz von CGI, die Finanzierung von budgetstarken Filmen und was es braucht, um auch weiterhin für Vielfalt im Kinderfilm zu sorgen.

DER PFAD (Veröffentlichung des Podcasts am 25.10.2022)

Kurz nachdem DER PFAD mit dem deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet wurde, hat der Medienpädagoge und Kulturwissenschaftler Thomas Hartmann die Autorin und Schauspielerin Jytte-Merle Böhrnsen und den Regisseur Tobias Wiemann zum Gespräch getroffen. Es geht um die Möglichkeiten und Grenzen, eine historische Filmgeschichte in der Zeit des 2. Weltkriegs für ein junges Publikum zu erzählen, sowie um den grundlegenden Stellenwert des Kinderfilms innerhalb der deutschen Medienlandschaft.

DIE GESCHICHTEN VOM FRANZ (Veröffentlichung des Podcasts am 08.11.2022)

2022 kam der Film GESCHICHTEN VOM FRANZ, nach der Buchreihe von Christine Nöstlinger, in die Kinos. Das ist schon deswegen bemerkenswert, weil Spielfilme mit kleineren Kindern in den Hauptrollen selten geworden sind. Der Kinderfilmregisseur und Drehbuchautor Bernd Sahling hat mit dem Regisseur von GESCHICHTEN VOM FRANZ, Johannes Schmid, ein Werkstattgespräch aufgezeichnet. Darin geht es um die Besonderheiten einer Literaturverfilmung und Arbeitsweisen mit kleineren Kindern vor der Kamera.

WILLI UND DIE WUNDERKRÖTE (Veröffentlichung des Podcasts am 22.11.2022)

Die Journalistin Barbara Felsmann spricht mit Regisseur und Drehbuchautor Markus Dietrich über die Arbeit an seinem „hybriden“ Projekt, dem Dokumentarfilm mit Spielhandlung „Willi und die Wunderkröte“. Dabei geht es um die Herangehensweise, dokumentarische Stoffe für Kinder informativ und gleichzeitig sinnlich zu vermitteln, wie aber auch um die Verflechtung einer fiktionalen Geschichte mit dem Thema des Films. Andere Schwerpunkte in dem Gespräch sind die Ansprüche an Kinderfilme, die Herausforderungen beim Drehen mit Kindern und den Wert von Kinoerlebnissen für das junge Publikum.

Werkstattgespräche

Auf dieser Seite sammeln wir Arbeitserfahrungen von Filmemacher*innen im Kinderfilmbereich. In den Gesprächen geht es um die Besonderheiten bei der Drehbucharbeit für jüngere Zuschauer, das Finden und Führen von Laiendarstellern während der Dreharbeiten und die Finanzierung bzw. Produktion von Kinderfilmen.

Das Konzept stammt von Bernd Sahling, der auch die Realisierung der Gespräche mit Helmut Dziuba, Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf sowie mit André Hörmann und Katrin Milhahn übernahm.

Ruth Olshan & Susanne Mann

Autorin und Regisseurin Ruth Olshan stellte zusammen mit der Produzentin Susanne Mann 2020 den Kinderfilm HIMBEEREN MIT SENF nach einem sehr langen Weg fertig.

Bernd Sahling führte mit den beiden Filmemacherinnen das Gespräch.

Wir danken dem Kuratorium junger deutscher Film für die Förderung.

Die 13-jährige Meeri (Leni Deschner) hat im Vergleich zu anderen Kindern ihres Alters ein ganz besonderes Verhältnis zum Tod. Ihr Vater Ernst (Luc Schiltz) ist Bestatter und seit jeher unterhält sich das Mädchen mit einer Leiche wie mit einem guten Freund. Wann immer ein Sarg bei ihrem Vater steht, legt sie ihm ein Brief an ihre Mutter bei. Sie glaubt, dass ihre Mutter im Himmel dann lesen kann, wie es ihrer Tochter auf der Erde geht. Doch Meeri hat noch ein anderes Geheimnis: Sie kann fliegen! – aber nur, wenn sie verliebt ist. Doch das Fliegen zu kontrollieren, fällt ihr noch immer schwer. Ganz besonders, wenn ihr Schwarm, der 16-jährige Rocco (Jonas Kaufmann) in der Nähe ist. Jedes Mal, wenn sie ihn sieht, hebt sie ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. Meeris Freunde schlagen sich jedoch mit ganz anderen Problemen rum: Klara (Sophie Zeniti) hat sich nicht weniger vorgenommen, als die erste katholische Priesterin der Welt zu werden. Meeris kleiner Bruder Luk legt sich derweil mit einer Fahrradgang und und ihr Vater will mithilfe einer Partneragentur endlich wieder eine Frau finden. Und dann kommt auch noch raus, dass Rocco Meeris Gefühle nicht erwidert …

Ruth Olshan wurde in Russland geboren und wuchs in Israel und Berlin auf. Sie lebt heute in Deutschland und arbeitet als Regisseurin, Autorin und Schriftstellerin. Sie studierte Regie und Filmproduktion in Leeds (UK) und Köln. Seit 2000 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin und Autorin und unterrichtet an Universitäten in Deutschland und im Ausland.

Nachdem sie mehrere preisgekrönte Kurzfilme realisiert hat, führte sie Regie bei ihrem ersten Langspielfilm “Savannah” sowie ihrem ersten Dokumentarfilm “Wie Luft zum Atmen”. Die Filme “Nicht ganz koscher” und “Der Swimmingpool am Golan” (Co-Regie, in Postproduktion) folgten.

Ihre erste Bucherscheinung „All die schönen Dinge“ wurde vom Oetinger Verlag publiziert, ihr zweiter Roman „Immergrün“ steht kurz vor Veröffentlichung. Darüber hinaus schreibt Ruth Olshan Drehbücher für Kino und TV sowie für Serienformate für das deutsche Fernsehen und arbeitet als Dozentin an diversen Hochschulen und Drehbuchberaterin für Dokumentarfilmprojekte und Spielfilme.

Sie hat zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien erhalten, wie den „Sir Richard Attenborough-Preis“, den „Preis für Künstlerinnen in Nordrhein-Westfalen“ und den „Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis“. Ihre Filme wurden auf internationalen Festivals wie Venedig, Locarno, München, Tiflis, Haifa, Berlin und Oberhausen gezeigt.

Susanne Mann wurde in Dresden geboren und zog, nachdem sie ihr Abitur abgeschlossen hatte, nach England. Dort arbeitete sie als Gap-Student an einem staatlichen Internat, bevor sie 2000 nach Berlin zog. Sie studierte Allgemeine Linguistik und Kommunikationswissenschaften, hat zwischenzeitlich als Produktionsassistenz, Dialog-Coach, Film- und Festival-Koordinatorin, Aufnahmeleiterin und Producerin im In-und Ausland zahlreiche Kinofilmprojekte und Imagekampagnen betreut, bevor sie die Ausbildung zur Produzentin an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin absolvierte. Ihr Abschlussfilmprojekt OH BOY, bei dem sie als Produktionsleiterin tätig war, gewann u.a. 6 Deutsche Filmpreise. Seit 2009 arbeitet sie selbständig als Produzentin und Geschäftsführerin mit ihrem Partner Paul Zischler in ihrer Firma, der zischlermann filmproduktion GmbH, mit Sitz in Berlin und Lübeck.

Die zischlermann filmproduktion produziert vorrangig internationale Spielfilmprojekte und Dokumentarfilme.
Ihre Filme premierten auf der Berlinale, in Sundance, Venedig, Toronto, Locarno, der IDFA, gewannen zahlreiche Preise, wurden international ausgewertet und u.a. für den Europäischen und Deutschen Filmpreis nominiert.
Ihr investigativer Dokumentarfilm WAR OF LIES gewinnt 2016 den Emmy für den Besten ausländischen Dokumentarfilm.

Katrin Milhahn

Katrin Milhahn wurde 1975 in München geboren. Sie besuchte eine Journalistenschule und studierte Drehbuch und Dramaturgie an der HFF Potsdam. Zu ihren bekanntesten Drehbüchern gehören “ENTE GUT! Mädchen allein zu Haus”, “Hanni & Nanni – Mehr als beste Freunde” und “Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer”. 2022 kommt ihr neuester Film “Nachtwald” in die Kinos, den sie zusammen mit André Hörmann schrieb und den er anschließend inszenierte.

Bernd Sahling führ