Werkstattgespräche

Auf dieser Seite sammeln wir Arbeitserfahrungen von Filmemacher*innen im Kinderfilmbereich. In den Gesprächen geht es um die Besonderheiten bei der Drehbucharbeit für jüngere Zuschauer, das Finden und Führen von Laiendarstellern während der Dreharbeiten und die Finanzierung bzw. Produktion von Kinderfilmen.

Das Konzept stammt von Bernd Sahling, der auch die Realisierung der Gespräche mit Helmut Dziuba, Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf sowie mit André Hörmann und Katrin Milhahn übernahm.

Ruth Olshan & Susanne Mann

Autorin und Regisseurin Ruth Olshan stellte zusammen mit der Produzentin Susanne Mann 2020 den Kinderfilm HIMBEEREN MIT SENF nach einem sehr langen Weg fertig.

Bernd Sahling führte mit den beiden Filmemacherinnen das Gespräch.

Wir danken dem Kuratorium junger deutscher Film für die Förderung.

Die 13-jährige Meeri (Leni Deschner) hat im Vergleich zu anderen Kindern ihres Alters ein ganz besonderes Verhältnis zum Tod. Ihr Vater Ernst (Luc Schiltz) ist Bestatter und seit jeher unterhält sich das Mädchen mit einer Leiche wie mit einem guten Freund. Wann immer ein Sarg bei ihrem Vater steht, legt sie ihm ein Brief an ihre Mutter bei. Sie glaubt, dass ihre Mutter im Himmel dann lesen kann, wie es ihrer Tochter auf der Erde geht. Doch Meeri hat noch ein anderes Geheimnis: Sie kann fliegen! – aber nur, wenn sie verliebt ist. Doch das Fliegen zu kontrollieren, fällt ihr noch immer schwer. Ganz besonders, wenn ihr Schwarm, der 16-jährige Rocco (Jonas Kaufmann) in der Nähe ist. Jedes Mal, wenn sie ihn sieht, hebt sie ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. Meeris Freunde schlagen sich jedoch mit ganz anderen Problemen rum: Klara (Sophie Zeniti) hat sich nicht weniger vorgenommen, als die erste katholische Priesterin der Welt zu werden. Meeris kleiner Bruder Luk legt sich derweil mit einer Fahrradgang und und ihr Vater will mithilfe einer Partneragentur endlich wieder eine Frau finden. Und dann kommt auch noch raus, dass Rocco Meeris Gefühle nicht erwidert …

Ruth Olshan wurde in Russland geboren und wuchs in Israel und Berlin auf. Sie lebt heute in Deutschland und arbeitet als Regisseurin, Autorin und Schriftstellerin. Sie studierte Regie und Filmproduktion in Leeds (UK) und Köln. Seit 2000 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin und Autorin und unterrichtet an Universitäten in Deutschland und im Ausland.

Nachdem sie mehrere preisgekrönte Kurzfilme realisiert hat, führte sie Regie bei ihrem ersten Langspielfilm “Savannah” sowie ihrem ersten Dokumentarfilm “Wie Luft zum Atmen”. Die Filme “Nicht ganz koscher” und “Der Swimmingpool am Golan” (Co-Regie, in Postproduktion) folgten.

Ihre erste Bucherscheinung „All die schönen Dinge“ wurde vom Oetinger Verlag publiziert, ihr zweiter Roman „Immergrün“ steht kurz vor Veröffentlichung. Darüber hinaus schreibt Ruth Olshan Drehbücher für Kino und TV sowie für Serienformate für das deutsche Fernsehen und arbeitet als Dozentin an diversen Hochschulen und Drehbuchberaterin für Dokumentarfilmprojekte und Spielfilme.

Sie hat zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien erhalten, wie den „Sir Richard Attenborough-Preis“, den „Preis für Künstlerinnen in Nordrhein-Westfalen“ und den „Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis“. Ihre Filme wurden auf internationalen Festivals wie Venedig, Locarno, München, Tiflis, Haifa, Berlin und Oberhausen gezeigt.

Susanne Mann wurde in Dresden geboren und zog, nachdem sie ihr Abitur abgeschlossen hatte, nach England. Dort arbeitete sie als Gap-Student an einem staatlichen Internat, bevor sie 2000 nach Berlin zog. Sie studierte Allgemeine Linguistik und Kommunikationswissenschaften, hat zwischenzeitlich als Produktionsassistenz, Dialog-Coach, Film- und Festival-Koordinatorin, Aufnahmeleiterin und Producerin im In-und Ausland zahlreiche Kinofilmprojekte und Imagekampagnen betreut, bevor sie die Ausbildung zur Produzentin an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin absolvierte. Ihr Abschlussfilmprojekt OH BOY, bei dem sie als Produktionsleiterin tätig war, gewann u.a. 6 Deutsche Filmpreise. Seit 2009 arbeitet sie selbständig als Produzentin und Geschäftsführerin mit ihrem Partner Paul Zischler in ihrer Firma, der zischlermann filmproduktion GmbH, mit Sitz in Berlin und Lübeck.

Die zischlermann filmproduktion produziert vorrangig internationale Spielfilmprojekte und Dokumentarfilme.
Ihre Filme premierten auf der Berlinale, in Sundance, Venedig, Toronto, Locarno, der IDFA, gewannen zahlreiche Preise, wurden international ausgewertet und u.a. für den Europäischen und Deutschen Filmpreis nominiert.
Ihr investigativer Dokumentarfilm WAR OF LIES gewinnt 2016 den Emmy für den Besten ausländischen Dokumentarfilm.

Katrin Milhahn

Katrin Milhahn wurde 1975 in München geboren. Sie besuchte eine Journalistenschule und studierte Drehbuch und Dramaturgie an der HFF Potsdam. Zu ihren bekanntesten Drehbüchern gehören “ENTE GUT! Mädchen allein zu Haus”, “Hanni & Nanni – Mehr als beste Freunde” und “Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer”. 2022 kommt ihr neuester Film “Nachtwald” in die Kinos, den sie zusammen mit André Hörmann schrieb und den er anschließend inszenierte.

Bernd Sahling führt das Gespräch.

Wir danken dem Kuratorium junger deutscher Film für die Förderung.

André Hörmann

André Hörmann stellte 2021 als erfolgreicher Dokumentarfilmer sein Spielfilm-Debüt NACHTWALD fertig. Anlässlich der weltweiten Festivaltour sprach Bernd Sahling mit ihm über seine Rolle als Regisseur und Co-Autor von Katrin Milhahn.

Die Geschichte von NACHTWALD dreht sich um den zwölfjährigen Paul, der sich zusammen mit seinem Freund Max aufmacht in die Wälder der Schwäbischen Alb. Sie folgen den Spuren von Pauls Vater, der dort verschwunden ist und finden in der Einsamkeit der Berge eine sagenumwobene Höhle. Aber vor allem erleben die zwei den Sommer ihres Lebens!

Wir danken dem Kuratorium junger deutscher Film für die Förderung.

Anlässlich des doxs! 2019 in Duisburg lud das Festival gemeinsam mit Bernd Sahling in die Filmwerkstatt des Duisburger filmforum ein, um mit Festivalgästen über das dokumentarische Arbeiten mit und für junge Menschen zu sprechen: In dieser Folge ist ein Gespräch mit Autor und Regisseur André Hörmann zu hören, der anlässlich der Vorführung seines Films „Crowley – Bleib im Sattel“ (DE 2018) zu Gast war.

André Hörmann wurde 1975 in Bremen geboren. Er studierte Politik und Volkswirtschaft an der Humboldt Universität Berlin und Filmregie an der HFF Potsdam-Babelsberg. Seit 2006 arbeitet er für das deutsche Fernsehen und Kino. Der Dokumentarfilmemacher lebt in Los Angeles und Berlin. Hörmann erhielt Stipendien vom Goethe-Institut, der Villa Aurora und dem DAAD, absolvierte das Screenwriting Program der UCLA School of Theater, Film and Television und unterrichtet Film an mehreren Unis.

Filmografie
2002 Umbruch; Kurzfilm 2006 Calcutta Calling; Kurzfilm 2010 Father’s Prayer; Kurzfilm 2013 Bhavini – Ich will nur tanzen 2014 Mo – Ich kann Fliegen; Kurzfilm · Andrew mit Pauken und Trompeten; Kurzfilm 2015 Gaurav und die Drachen; TV-Serie · Crowley – Jeder Cowboy braucht sein Pferd; Kurzfilm 2016 Tsering – Nur der Himmel ist höher 2017 Ari und das Totenfest 2018 OBON; Kurzfilm 2019 Ringside; Dokumentarfilm 2021 Nachtwald; Spielfilm

Evi Goldbrunner & Joachim Dollhopf

Bernd Sahling sprach mit den beiden Filmemacher*innen Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf über ihre Herangehensweise an filmische Arbeiten im Allgemeinen sowie die Entstehung ihres Filmes “Auf Augenhöhe”, der im Rahmen der Initiative “Der besondere Kinderfilm” realisiert und 2017 mit dem Deutschen Filmpreis als bester Kinderfilm ausgezeichnet wurde.

Wir danken für die Beratung und Förderung: Deutsche Filmakademie & Kuratorium junger deutscher Film

Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf sind Absolvent*innen der Filmuniversität Babelsberg, Evi im Fach Drehbuch/Dramaturgie, Joachim im Fach Regie. Die beiden arbeiten meist zusammen Duo und haben so auch ihr Kinderfilm-Debüt “Auf Augenhöhe” realisiert. Insgesamt wurden ihre Filme auf über 300 Festivals aufgeführt (u.a. Cannes, Toronto, Berlinale, München, Hof) und vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Deutschen Filmpreis (2017), dem Preis der deutschen Filmkritik (2016), dem First Steps Award (2009), dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Kurzfilmpreis (2008) und dem Cinema for Peace Talent Award (2007). Neben ihrer Filmemachertätigkeit entwickeln die beiden die Autorensoftware DramaQueen und arbeiten als Dramaturg*innen und Dozent*innen.

Über Drehbucharbeit

Endfertigung

Casting und Proben

Der besondere Kinderfilm

Helmut Dziuba

Über Drehbucharbeit

Über Darstellersuche

Über Dreharbeiten

Helmut Dziuba, Regisseur und Drehbuchautor von Kinder- und Jugendfilmen, spricht über seine Arbeit mit Laiendarstellern, dabei insbesondere über die Erfahrung während der Probeaufnahmen und den Dreharbeiten. Weiterhin berichtet Dziuba über seine Erzählweise in Kinderfilmen und äußert seine persönliche Einschätzung zur Zukunft des Kinderfilms.

Wir danken der DEFA-Stiftung für die Förderung.

Helmut Dziuba (1933 – 2012) studierte ab 1953 Regie an der Filmhochschule WGIK in Moskau. Während des Studiums arbeitete er beim Moskauer Rundfunk als Journalist und Regisseur von Hörspielen. Daneben fertigte er 1958 seinen ersten Film. Nach Abschluss seines Studiums im Jahr 1962 kehrte Dziuba in die DDR zurück und begann als Regieassistent bei der DEFA. Unter anderen assistierte er Frank Beyer bei der Verfilmung von “Karbid und Sauerampfer”. Ab 1968 arbeitete er dann als Regisseur und Autor bei verschiedenen eigenen Projekten. Einen Namen machte er sich vor allem als Regisseur von Kinder- und Jugendfilmen.

Dziuba realisierte als Drehbuchautor und Regisseur 13 Spielfilme, darunter folgende Filme für junge Leute: 1969 Mohr und die Raben von London 1978 Rotschlipse 1980 Als Unku Edes Freundin war… 1982 Sabine Kleist, 7 Jahre… 1984 Erscheinen Pflicht 1986 Jan auf der Zille 1989 Verbotene Liebe 1991 Jana und Jan 2003 Die Blindgänger.